Gibt es einen Testsieger?
Viele Familien suchen nach einem „Testsieger". Der bekannteste Test ist von der Stiftung Warentest vom 23. Mai 2017. Damals wurden 13 Vermittlungsagenturen geprüft. Das Fazit: Die Nutzung einer Agentur ist nicht illegal, es gibt aber einiges zu beachten. In allen Verträgen fanden die Tester Mängel.
Ein vergleichbarer, aktueller Test ist uns nicht bekannt. Seit 2017 haben sich Markt und Rechtslage verändert, etwa durch das Urteil des Bundesarbeitsgerichts zum Mindestlohn von 2021. Ein Siegel von damals sagt deshalb wenig über ein Angebot von heute. Aussagekräftiger ist, wie ein Anbieter die Fragen unten beantwortet.
Woran erkennen Sie einen seriösen Anbieter?
| Merkmal | Warum es wichtig ist |
|---|---|
| Klares Beschäftigungsmodell | Sie wissen, wer Arbeitgeber der Betreuungskraft ist und welche Pflichten Sie selbst haben. |
| A1-Bescheinigung bei Entsendung | Sie belegt die Sozialversicherung im Heimatland. |
| Schriftlicher Vertrag | Leistungen, Kosten, Arbeits- und Ruhezeiten und Kündigungsfristen stehen fest. |
| Offene Kosten | Tagessatz, Reise- und Wechselkosten und Zuschläge sind vorab genannt. |
| Persönliches Kennenlernen | Der Anbieter besucht Sie vor der Vermittlung und lernt die Situation zu Hause kennen. |
| Profil vor Beginn | Sie erfahren vorab, wer kommt, und können bei Bedarf ein anderes Profil erhalten. |
| Feste Ansprechperson | Jemand kennt Ihre Situation, ist erreichbar und begleitet auch Wechsel. |
| Ehrliche Grenzen | Der Anbieter erklärt, was eine Betreuungskraft nicht übernehmen darf, etwa Medikamente geben. |
Welche Warnzeichen gibt es?
- Sehr niedrige Preise: Übliche Kosten liegen 2026 meist zwischen 2.500 und 3.500 € im Monat. Deutlich günstigere Angebote verdienen einen genauen Blick, zumal der Mindestlohn auch für Bereitschaftszeiten gilt.
- Versprechen einer Pflege rund um die Uhr: Eine einzelne Betreuungskraft kann nicht 24 Stunden arbeiten.
- Keine A1-Bescheinigung oder ausweichende Antworten zum Beschäftigungsmodell
- Selbstständigkeit ohne Erklärung: Bei selbstständig tätigen Betreuungskräften besteht das Risiko einer Scheinselbstständigkeit, mit Nachzahlungen für die Familie.
- Vorkasse, hohe Anzahlungen oder lange Vertragslaufzeiten ohne klare Kündigungsmöglichkeit
- Kein Ansprechpartner vor Ort oder schlechte Erreichbarkeit schon vor Vertragsschluss
Fragen für das erste Gespräch
- Welches Beschäftigungsmodell nutzen Sie, und wer ist Arbeitgeber der Betreuungskraft?
- Wird für jeden Einsatz die A1-Bescheinigung beantragt?
- Welche Kosten kommen zum Tagessatz dazu?
- Kommen Sie vor der Vermittlung zu uns nach Hause?
- Wie wählen Sie die Betreuungskraft aus, und was passiert, falls es menschlich nicht passt?
- Wer ist unsere feste Ansprechperson, und wie oft meldet sie sich?
- Wie sind Arbeitszeiten, Nachtruhe und freie Tage geregelt?
Checkliste zum Herunterladen
Alle Fragen zum Ankreuzen finden Sie in unserer Checkliste „Betreuung zu Hause: Worauf Familien achten sollten".
Die Checkliste ist unterwegs in Ihr Postfach.
Wie arbeitet Nah & Da?
Nah & Da besucht jede Familie vor der Vermittlung persönlich, lernt jede Betreuungskraft vorab in einem Bewerbungsgespräch kennen und nennt alle Kosten vorab. Leistungen und Kosten im Detail
- Stiftung Warentest, Pflege: Betreuungskraft aus Osteuropa, die besten Vermittler (23.05.2017), test.de
- Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 24.06.2021, 5 AZR 505/20
- pflege.de, 24-Stunden-Pflege: Kosten und Modelle (Stand Mai 2026)
- Gutachten „Rechtskonforme Betreuung in den eigenen vier Wänden", Prof. Thüsing im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums, August 2019

